Hydrocephalus: Ursachen, Symptome und Behandlung

18 Juni 2019 |   Kategori: Gehirnerkrankungen
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Ein Hydrocephalus, auch Wasserkopf genannt, ist eine chronische Krankheit, die zur Folge der Anhäufung der Zerebrospinal-Flüssigkeit über dem Normalwert verursacht wird. Er kann einschließlich im Mutterleib in jedem Alter auftreten. Der Druck auf das Gehirn kann zahlreiche Probleme mit sich bringen. Der Hirnschaden, der zur Folge der Flüssigkeitsanhäufung auftreten kann, kann Entwicklungs-, körperliche- und geistige Ausartungen hervorbringen. Um ernste Komplikationen vorzubeugen, ist eine Behandlung erforderlich. Ein Wasserkopf kann weder von selbst, noch mit Medikamenten geheilt werden. Der einzige Heilungsweg ist die Operation. Die Operation, die durch Anbringen eines Nebenwiderstands durchgeführt wird, muss in kürzester Zeit nach der Diagnose gemacht werden. Patienten mit behandeltem Wasserkopf können ein langes und problemloses Leben führen. Falls aber die Behandlung nicht erfolgt, kann die Krankheit tödliche Folgen mit sich bringen.

Was ist Hydrocephalus?

Beim hydrocephalus, der im Griechischen als ‘Wasservoller Kopf’ bezeichnet wird, häuft sich die Hirn-Rückenmark-Flüssigkeit extrem an und dies übt einen starken Druck auf das Gehirn aus. Diese Krankheit, die sich vom Mutterleib bis hin zum fortgeschrittenen Altern hinausstreckt, zeigt sich in den jeweiligen Altersabständen mit unterschiedlichen Anzeichen und Befunden. Die Frühdiagnose und Behandlung ist beim Wasserkopf äußerst wichtig.

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Diese Krankheit, deren Behandlung heute nur mit chirurgischen Eingriffen möglich ist, kann beim Verzug der Behandlung zu unwiederholbaren Hirngewebeschäden sowie nachhaltigen neurologischen Störungen führen. Mit den fortgeschrittenen radiologischen Techniken kann diese Krankheit nun im Mutterleib und in jedem beliebigen Alter nach der Geburt diagnostiziert werden.

Ursachen von Wasserkopf

Als Hirn-Rückenmark-Flüssigkeit wird die Flüssigkeit definiert, die zwischen dem Hohlraum, auch genannt Ventrikel, und den Hüllen, die das Gehirn und die Wirbelsäule umringen, rumläuft. Diese Flüssigkeit hat die Aufgabe, die Nahrungsmittel weiterzuleiten, die Abfälle abzuwerfen und den Kopf gegen Anschläge von außen zu schützen.

Außerdem ist Sie wichtig zum Ausgleich der Änderungen im Gehirn und in der Wirbelsäule. Diese Flüssigkeit ist stets im Aufbau-, Durchfluss- und Absorptions-Zustand. Ein Anstieg bei der Bildung dieser Flüssigkeit, eine Störung im Durchfluss sowie Störungen bei der Absorption führen zum Anstieg der Flüssigkeit und somit des Drucks zur Ausdehnung des Ventrikels, in der Sie sich befindet und zu Schäden in den Hirngewebezellen. Das nennt man dann einen Wasserkopf.

Ursachen des Angeborenen Hydrocephalus

Die Ursachen mancher angeborenen Wasserkopffälle können nicht ganz genau festgestellt werden. Falls jedoch ein Kind mit Wasserkopf angeboren ist, kann es der Fall einer Sperrung des Auslaufs der Hirn-Rückenmark-Flüssigkeit sein. Ferner kann der angeborene Wasserkopf bei einer Frühgeburt auftauchen und bei manchen Frühgeburtsfällen kommt es zu Gehirnblutung. Im Anschluss darauf wird der Durchlauf der Hirn-Rückenmark-Flüssigkeit gehindert und es entsteht ein Wasserkopf.

Weitere möglichen Ursachen für einen angeborenen Wasserkopf:

  • Einige gesundheitlichen Umstände wie Spaltwirbel
  • Mutation des X-Chromosoms
  • Seltene genetische Störungen wie das Dandy-Walker-Syndrom
  • Flüssigkeitssäckchen zwischen dem Gehirn oder der Wirbelsäule und der Arachnoid-Membran (Arachnoide Zysten)

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Ursachen des Wasserkopfes bei Kindern und Erwachsenen

Der sich bei Kindern und Erwachsenen bildender Wasserkopf geht im Allgemeinen aus einer auf das Hirn einwirkenden Krankheit oder aus einer Verletzung hervor. Unter den möglichen Ursachen zu diesem Fall, was auch als erworbener Wasserkopf bezeichnet wird, liegen folgende Anhaltspunkte:

  • Gehirninterne Blutung (z.B. Aussickern des Bluts aus der Gehirnoberfläche wie bei der Subarachnoidalblutung)
  • Blutklumpen im Gehirn (Venöse Thrombose)
  • Meningitis (Entzündung der Haut, die das Gehirn und die Wirbelsäule umringt)
  • Gehirntumor
  • Kopfverletzung
  • Lähmung

Bei manchen Menschen kann die Verengung in den Durchgängen für die Gehirn-Wirbelsäulen-Flüssigkeit angeboren sein, jedoch kann dafür jahrelang keine Anzeichen geben.

Normaldruckhydrocephalus Ursachen

Bei älteren Menschen kann sich der Wasserkopf nach einem Hirnschaden, einer Hirnblutung oder auch nach einer Entzündung bilden. Es kann ebenfalls auf sonstige Gesundheitszustände wie Diabetes, einer Herzerkrankung oder  einem hohen Cholesterinwert zurückgeführt werden, dass den normalen Blutdurchfluss verhindert. Es kann aber bei vielen dieser Fälle keine endgültige Ursache festgelegt werden.

Symptome der Hydrocephalus

Der hydrocephalus oder die Flüssigkeit im Gehirn kann im Zusammenhang mit dem Typen des Wasserkopfes und dem Alter der betroffenen Person unterschiedliche Symptome einleiten.

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Symptome der kongenitalen (angeborenen) Hydrocephalus

  • Ein größerer Kopf als normal
  • Eine dünne und glänzende Haut, durch die die Blutgefäße leicht ersichtlich sind
  • Schwellung oder Anspannung in der Fontanelle (der weiche Bereich auf dem Oberkopf des Babys) oder das runterfallen der Augen
  • Ernährungsstörung
  • Nervosität
  • Brechanfall
  • Dämmerzustand
  • Muskelhärte und -spannung in den Beinen

Der kongenitale Wasserkopf kann manchmal während der Ultraschallabbildung, also noch vor der Geburt festgestellt werden. Dann wird gleich nach der Geburt bei der körperlichen Untersuchung des Neugeborenen eine Diagnose erstellt. Das wichtigste Anzeichen ist, dass der Kopf des Neugeborenen größer als normal ist.

Symptome der Erworbenen Wasserkopf

  • Kopfschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Krankheitsgefühl
  • Dämmerzustand (auch ein Komazustand kann der Fall sein)
  • Mentale Trübung und Verwirrung
  • Verschwommene- und Doppelsicht
  • Gehschwierigkeiten
  • Harninkontinenz und in manchen Fällen auch Darminkontinenz (Kotinkontinenz)

Morgens können sich die Kopfschmerzen viel deutlicher zeigen, weil die Hirnflüssigkeit in der Liegeposition nicht gut abfließt und Sie sich somit nachtsüber anhäufen kann. Das Sitzen einer bestimmten Zeit kann die Kopfschmerzen steigern, welche beim Fortschritt der Krankheit durchgehend werden können.

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Symptome der Normaldruckhydrozephalus

Das erste Anzeichen für den Wasserkopf mit Normaldruck, der sich viel häufiger bei Erwachsenen über dem 60. Lebensalter zeigt, ist das Fallen ohne Bewusstseinsverlust. Weiter Symptome sind wie folgt:

  • Alteration beim Gehverhalten und Gehstörungen
  • Störungen in den Hirnfunktionen sowie Gedächtnisprobleme
  • Harn- und Kotinkontinenz
  • Kopfschmerzen

Diagnose von Hydrocephalus

Heutzutage können anhand des Fortschritts der Technologie, wie die Untersuchung mit der Magnetresonanztomographie (MRI) und Computer-Tomographie, die Ausdehnung der Hohlräume des Gehirns sowie Änderungen im Hirngewebe festgestellt und die endgültige Diagnose für den Wasserkopf erstellt werden.

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Die Magnetresonanztomographie (MRI) und der Ultraschall, die in der Vorgeburtsphase durchgeführt werden, hilft dabei, die Hirnentwicklung des Babys sowie die Änderungen in den Gehirnhöhlen festzustellen und zu verfolgen. Eine Magnetresonanztomographie (MRI) mit starker Auflösung nach der Geburt kann die Ursache des Wasserkopfes bestimmen.

Behandlung von Hydrocephalus

Gibt es eine Medikation für den Wasserkopf?

In der heutigen Lage ist die Behandlung des Wasserkopfes durch Medikation nicht möglich. Die einzige Behandlungsmethode dafür ist der chirurgische Eingriff.

Shunt-Operation beim Hydrocephalus

Die zumeist geläufig eingeführte Methode bei der Behandlung des Wasserkopfes ist die Shunt-Operation. Bei dieser Operation wird ein Ableitungssystem, auch Shunt genannt, in das Gehirn abgesetzt. Der Shunt ist eine lange, flexible Tube mit einem Ventil und sorgt dafür, dass die Hirnflüssigkeit in die richtige Richtung und in angemessener Menge abfließt.

Das eine Ende des Rohrs wird üblich an einen Ventrikel des Gehirns sowie das andere Ende dagegen in ein Höhlenbereich des Bauchs, wo die überschüssige Produktion der Hirnflüssigkeit leichter absorbiert werden kann oder in ein Höhlenbereich im Herzen abgesetzt.

Die Operation erfolgt unter Allgemeinanästhesie. Die Patienten mit Wasserkopferkrankung werden höchstwahrscheinlich im weiteren Verlauf ihres Lebens dieses Shunt-System benötigen. Durch ordentliche Verfolgung können sie ihr Leben problemlos weiterführen.

Endoskopische Drittventrikulostomie (ETV)

Endoskopische Drittventrikulostomie (ETV) ist ein chirurgischer Eingriff, der bei manchen Menschen eingeführt werden kann. Als Vorgehensweise benutzt der Chirurg eine kleine Videokamera (Neuroendoskop), das mit Glasfaseroptik ausgestattet ist, um in das Gehirn einsehen zu können.

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Mit einem kleinen Gerät macht er ein Loch am Boden des III. Ventrikels. Auf diese Weise kann die Hirn-Rückenmark-Flüssigkeit die Verstopfung überschreiten und in Richtung des Absorptionsbereichs um die Gehirnoberfläche durchfließen.

Hydrocephalus Operation bei Babys

Bei Babys, bei denen die Diagnose bereits im Mutterleib erstellt wird, ist der erste Schritt die mögliche Beschleunigung der Geburt in der Frühzeit. Gleich nach der Geburt wird die Operation vorgenommen. Die Shunt-Operation und endoskopische III. Ventriculostamie, auf die wir oben eingegangen sind, ist eine Methode, die auch bei Babys durchgeführt werden kann.

Risiken nach der Shunt-Operation

Die Shunt-Geräte sind leider nicht einwandfrei. Die reguläre Verfolgung des Patienten nach der Shunt-Operation ist von äußerster Bedeutung, denn es können sich manche Komplikationen nach der Operation bilden. Im Falle eines Auftritts von irgendwelchen Komplikationen kann es einer erneuten Operation bedürfen, um das gesamte Shunt-System auszutauschen.

Beispielsweise müssen die Shunt-Operationen bei Kindern bis zu 50% innerhalb von zwei Jahren wiederholt werden.  Die zumeist auftretenden Shunt-Komplikationen sind Shunt-Defekte sowie Infektionen:

  • Shunt-Defekt: Der Shunt-Defekt wird generell durch Verstopfung veranlasst. Die Hirn-Rückenmarkflüssigkeit, die bei einer Verstopfung nicht entleert werden kann, häuft sich an und die Anzeichen für den Wasserkopf zeigen sich erneut. Die Verstopfung wird zumeist durch die Blutzellen, Gewebe und Bakterien eingeleitet. Abgesehen von diesen Fällen können die Shunts, trotz ihrer Beständigkeit, manchmal zur Folge der Abnutzung ihrer Bestandteile oder nach Auswachsen des operierten Kindes aufplatzen oder abbrechen. Manchmal kommt es auch dazu, dass sie verrutschen oder auch selten kann das Ventil eine Panne bekommen.
  • Shunt-Infektion: Die Shunt-Infektion wird generell durch die eigenen Bakterienorganismen des Patienten veranlasst. Diese werden nicht durch andere Patienten angesteckt. Die zumeist auftretende Infektion ist die Staphylokokken Epidermis, die sich üblich auf der Hautoberfläche und Schweißdrüsen sowie Haarwurzeln befindet. Diese Infektionsart kann generell zwischen einem bis drei Monaten nach der Operation erscheinen. Die Infektion, die aus dem Shunt hervorragt, kann zusätzlich zu den geläufigen Symptomen des Wasserkopfes ebenso zu weiteren Anzeichen wie leichtes Fieber, Schmerzen an den Hals- und Schultermuskeln sowie Rötung oder Empfindlichkeit entlang des Shunts führen.

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Falls der Verdacht einer Infektion besteht, ist es wichtig für Sie, sofort Ihren Gehirnchirurgen darüber zu informieren und zur Notstation gehen. Die Shunt-Infektionen sind wichtig und um die lebensdrohenden Krankheiten vorzubeugen oder mögliche Gehirnschäden zu vermeiden, muss unbedingt medizinische Hilfe eingeholt werden.

Komplikationen des Shunt-Eingriffs:

  • Extreme Ableitung: Manchmal kann es dazu kommen, dass der Shunt die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit schneller entleert als diese Flüssigkeit erzeugt wird. Und das ist ein ernstes Problem. Dieses Problem kann zum Absturz der Ventrikel, Abriss der Blutadern und zu Kopfschmerzen, zu Blutungen oder ähnlichen Ventrikeln (Spaltventrikelsyndrom) führen.
  • Niedrige Ableitung: In Fällen dagegen, wo die Hirn-Rückenmark-Flüssigkeit nicht ausreichend schnell entleert wird, treten die Wasserkopferscheinungen erneut auf. Falls der Shunt über ein Ventil mit eingestelltem Druck verfügt, kann das Entleerungsproblem mit speziell entworfenem Magneten, die auf die Kopfhautoberfläche direkt an das Ventil eingesetzt werden, behoben werden.
  • Subdurales Hämatom: Ist der Zustand, wo zur Folge des Aufrisses der Blutadern das Blut zwischen dem Gehirn und dem Gehirnschädel festgefressen wird. Kommt bei älteren Menschen vor und kann durch eine Operation behandelt werden.

Falls der Verdacht besteht, dass das Shunt-System nicht ordentlich funktioniert, z.B. wenn die Anzeichen für einen Wasserkopf erneut eingetreten sind, sollten Sie unbedingt medizinischen Hilfe einholen.

Wie lange leben Hydrocephalus-Patienten?

Die meisten Patienten, die an der Wasserkopferkrankung leiden, führen ein langes und problemloses Leben. Jedoch hat der fortschreitende Wasserkopf, der nicht behandelt wird, im Allgemeinen tödliche Folgen. Der Tod bei der nicht behandelten Wasserkopferkrankung folgt durch Bildung der Tonsillarherniation, die im Zusammenhang mit dem Anstieg des kopfinternen Drucks im Anschluss auf Einklemmung des Hirnstamms und Stockung des Atems stehen.

Heilt sich der Wasserkopf von selbst?

Der Wasserkopf ist keine Krankheit, die von sich selbst heilen kann. Damit nach der Diagnose die neurologischen Verluste keine nicht wiedergutmachbaren Zustände einleiten können, sollte möglichst schnell für die Behandlung eingegriffen werden.

Empfehlungen für Hydrocephalus-Patienten

  • Um Ihre Krankheit besser unter Kontrolle halten zu können, sowie beim Auftauchen eines Problems dieses wahrnehmen zu können, sollten Sie sich über die Wasserkopferkrankung und deren möglichen Komplikationen informieren. Bei solch einer Krankheit wie dieser kann es manchmal schwer fallen, zwischen einem medizinischen Problem und einem lebensdrohlich3n Anzeichen zu unterscheiden.
  • Falls Sie Blutverdünnungsmittel wie Aspirin und desgleichen einnehmen, sollten Sie diese eine bestimmte Frist vor der Operation abbrechen. Anstelle dieser können Sie gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, die Ihnen von ihrem Arzt empfohlen werden und die die Blutungsfrist nicht hinausschieben.
  • Nach der Operation kann zum Vorbeugen gegen Infektionen kurzfristig Antibiotikum eingenommen werden.
  • Nach der Shunt-Operation können Sie MR- und Hirntomographie filmen lassen. Falls die Shunt-Ventil-Einstellung extern gemacht werden kann, wird es vorteilhaft sein, den Arzt zu fragen, ob es für die MR-Abbildung geeignet ist.
  • Versuchen Sie nicht, den abgesetzten Shunt von außen durch Handdruck zu betreiben. Shunt-Kontrolluntersuchungen dürfen nur bei Arztbesuchen gemacht werden
  • Der Shunt kann lange Jahre benutzt werden. Falls keine Probleme vorliegen, braucht der Shunt nicht gewechselt zu werden.
  • Um den Shunt-Komplikationen vorzubeugen, sind Kontrolluntersuchungen zu regelmäßigen und häufigen Abständen dringlich. Für merh:>>> Hydrocephalus

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